Samstag, 26. Juni 2010

Elterndemo Berlin 26. Juni 2010

Sehr geehrte Damen und Herren,

und vor Allem - liebe Kinder,

Wir stehen heute und hier für etwas vom Wichtigsten im Leben ein – unsere Kinder.

Wir sind hier, weil wir nicht länger mitansehen wollen und können, wie unsere Kinder den Bezug zu einem Elternteil verlieren, bloss weil sich der rechtliche Status der Beziehung zwischen den Eltern verändert. Egal ob noch nicht, nicht mehr oder überhaupt nie verheiratet – an der Beziehung unserer Kinder zu Mutter und Vater ändert das überhaupt nichts. Kinder brauchen beide Eltern, das ist eine unumstössliche Erkenntnis.

Weshalb aber müssen wir hier stehen, um über etwas zu sprechen, das doch eigentlich selbstverständlich ist? Weshalb braucht es Organisationen wie den VafK, GeCoBi, VeV und all die vielen anderen Organisationen überhaupt?

Ist es denn nicht einfach selbstverständlich, dass ein Kind Mutter und Vater liebt und auch lieben darf und kann?

Nein, geschätzte Anwesende, das ist leider überhaupt nicht selbstverständlich!

Leider ist es immer noch so, dass im Falle von Trennung oder Scheidung viele Kinder den Bezug zu einem Elternteil, meist dem Vater ganz oder teilweise verlieren.

Dies kann viele Ursachen haben:

Zunächst einmal - es gibt Männer die sich aus der Verantwortung stehlen, die Frau und Kind zurücklassen. Ja – diese Männer gibt es und ich schäme mich dafür.

Es gibt aber auch unzählige Frauen, die ihren Männern das Recht auf Kontakt zu den Kindern verwehren, Frauen die sich dabei weder um geltende Gesetze, noch um Urteile noch um das Wohl ihrer Kinder kümmern, sondern lediglich um ihre eigenen Bedürfnisse. Wäre ich eine Frau, ich würde mich für diese Frauen schämen!

Doch ich will hier weder anklagen noch verurteilen.

Ich möchte vielmehr einstehen, für eine Verbesserung der Situation der Kinder.
Unsere Kinder haben es verdient, dass wir ihnen unser Bestes geben.

Wir setzen uns dafür ein, das gemeinsame Sorgerecht, oder wie wir es nennen möchten, die gemeinsame elterliche Verantwortung auch in der Schweiz zum Regelfall zu machen.
Wir fordern, dass die Selbstverständlichkeit der Beziehung zu beiden Eltern auch im Gesetz verankert wird.

Wir verlangen die Abkehr vom überholten Prinzip des Besuchsrechtes, hin zu einer gemeinsamen Elternschaft in welcher beide Elternteile im Interesse der Kinder ihre Rollen als Vater und Mutter übernehmen.

Wir sind überzeugt, dass unser Ansatz richtig ist. Nur gemeinsam erarbeitete Lösungen sind langfristig tragfähig. Und wenn Eltern in der Trennung/Scheidung vorübergehend die Fähigkeit abhanden kommt, gemeinsam Lösungen zu erarbeiten, so sollte sich der Staat nicht darauf beschränken, den Eltern mit dem Scheidungsgericht ein Schlachtfeld zur Verfügung zu stellen, sondern vielmehr darauf hin arbeiten, den Eltern Möglichkeiten aufzuzeigen, zusammen Lösungen zu finden.

Das Geld welches heute in die unentgeltliche Rechtspflege fliesst, und dort zur Fortführung der Kampfscheidungsschlacht verschwendet wird , dieses Geld wäre sicherlich sinnvoller eingesetzt in Mediationssitzungen welche lösungsorientiert und zielgerichtet die Erhaltung der gemeinsamen Elternschaft anstreben.

Doch dazu muss sich nicht nur die Gesetzeslage ändern! Es braucht auch eine veränderte, modernisierte Denkweise in der Gesellschaft und insbesondere in den Behörden.

Partnerschaftliche Lösungen setzen eine gleichberechtigte Ausgangslage voraus. Es kann nicht länger angehen, dass wie in der heutigen Situation ein Elternteil ein Quasi-Vetorecht hat und damit jeden partnerschaftlichen Ansatz schon im Anfangsstadium zunichte machen kann.


Gleichstellung lautet das Schlagwort. Gleichstellung von Mann und Frau braucht es nicht nur in der Wirtschaft, wo Männer und Frauen gleiche Löhne für gleiche Arbeit fordern.

Gleichstellung braucht es auch in der Familie, damit die Kinder eine gleichwertige Beziehung zu Mutter und Vater leben und pflegen dürfen.

Es kann nicht sein, dass unsere Gerichte und Institutionen weiterhin die gesellschaftliche Realität ausser Acht lassen und am überholten Bild der Frau am Herd festhalten wollen.

Es ist für mich absolut unverständlich, weshalb gerade die Vorreiterinnen der Emanzipation, die Kämpferinnen für die Gleichberechtigung der Frau, in Fällen von Trennung und Scheidung stereotyp fordern, dass die Kinder zur Mutter gehören. Wie kann es sein, dass engagierte, moderne Frauen dafür kämpfen, zur alleinerziehenden Mutter degradiert zu werden, abhängig vom Einkommen des Exmannes, dazu verdammt, 10 oder mehr Jahre lang einer Dreifachbelastung ausgesetzt zu sein? Das verstehe ich nicht, meine Damen und Herren.

Gleichzeitig werden unzählige Väter von ihrer Vaterschaft ausgeschlossen und zum Zahlvater degradiert, obwohl sie gerne ihren Anteil an der Erziehung und Betreuung der Kinder leisten würden.

Ich möchte gerne einmal von den Verfechterinnen solcher Konstellationen hören, wie sie sich denn zu Besuchsrechtsverweigerungen stellen, wie sie die mutwillige Erhöhung der Belastung durch Verweigerung von Besuchszeiten rechtfertigen, während sie gleichzeitig die Belastung der Frauen beklagen.

Ich fordere die Behörden auf, endlich aufzuhören, Väter als Konfliktpotential zu betrachten, sondern zu begreifen, dass viele Väter hartnäckig bleiben, gerade weil sie nicht abgeschoben werden wollen. Väter die konsequent mitreden wollen sind keine Störefriede meine Damen und Herren, sie sind engagierte Väter. Sie wollen an der Erziehung ihrer Kinder teilhaben, sie wollen ihren Teil leisten, auch, oder gerade wenn das ihrer Expartnerin vielleicht nicht genehm ist. Es geht nämlich um das Bedürfnis der Kinder nach geschlechterübergreifender Erfahrung, und nicht um allfällige Bedürfnisse der Mutter.

Sehr geehrte Damen und Herren, es gibt nur einen Weg aus dieser Sache – den der unbedingten Gleichberechtigung!

Liebe Kinder, Eure Väter die heute mit Euch hier sind, sie setzen sich dafür ein, dass sie mehr Zeit mit Euch verbringen dürfen.

Wir sind angetreten, das Gesetz und die Realität in diesem Punkt zu verändern. Es ist mir klar, dass es für unsere Kinder, für unsere aktuellen Situationen zu spät kommen wird.

Unser Weg ist der Gleiche, auch wenn sich unsere Rechtssysteme unterscheiden mögen. Wir können voneinander lernen, von gegenseitigen Erfahrungen profitieren.

Aus diesem Grund pflegen wir einen guten Kontakt zum und mit dem VafK und anderen Gruppierungen in Deutschland, Österreich und verschiedenen Ländern der Welt.

Ich wünsche Ihnen und mir – uns Allen eine grossartige Kundgebung und möglichst viele offene Ohren und Herzen.

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