Mittwoch, 7. November 2012

Wir lassen vernehmen.

Heute, am 7. November 2012 endet die Vernehmlassungsfrist für den Vorentwurf zum Unterhaltsrecht. Als zur Vernehmlassung eingeladene Organisation haben wir uns selbstverständlich bemüht, eine umfassende, und detaillierte Antwort zu verfassen. Dies ist dank dem grossen Einsatz des Vorstandsausschusses auch gelungen, besonderer Dank gebührt dabei Emmanuel der den ganzen Textentwurf erstellt hat.

Die letzten Tage (und Nächte) waren sehr anstrengend. Stundenlang haben wir über Inhalte diskutiert, Sätze gestrichen, Formulierungen geändert und schliesslich die fertige Version verschickt und sogar noch persönlich abgeliefert.

Ein tolles Team hat hier tolle Arbeit geleistet - ich sage dafür herzlichen Dank und freue mich, dass hier ein solches Team am Werk ist.

Dienstag, 23. Oktober 2012

Männerpolitik - es geht voran

Ich kehre gerade zurück vom internationalen Fachkongress "Männerpolitik" in Berlin.
Zwei Tage lang haben rund 300 Fachleute aus ganz verschiedenen Bereichen der Männerarbeit zusammen gearbeitet und sich ausgetauscht um zu ermitteln, wie der Stand der Dinge in den einzelnen Ländern ist. Dabei hat sich gezeigt, dass alle beteiligten Länder in etwa die gleichen Themen diskutieren, wobei sie unterschiedlich weit sind.
Löblich hervorzuheben ist dabei das kleine Land Luxemburg, wo eine eigenständige Männerpolitik schon seit einer Weile besteht. Auch in Norwegen sind schon einige gute Ansätze vorhanden.

Es ergaben sich viele gute und interessante neue Kontakte, zu Fachpersonen aus den verschiedenen Ländern und unterschiedlichsten Berufen. Besonders erfreulich natürlich, dass Frau Sylvie Durrer, Leiterin des eidg. Büro für Gleichstellung als Beispiel aktiver Männerarbeit ein Bild der SchickEnStei-Aktion verwendete, auch wenn sie dies als schlechtes Beispiel darstellen wollte, was ihr aber in diesem Umfeld wohl eher nicht gelungen ist.

Der Workshop zur Väterpolitik, den ich gemeinsam mit Andreas Borter leiten durfte, brachte ebenfalls einige interessante Informationen zusammen. Unser Ziel war es, aufzuzeigen, wie die Zusammenarbeit zwischen der Fachwelt und den Väterorganisationen von GeCoBi in der Schweiz funktioniert. Dies ist uns, glaub ich, sehr gut gelungen.

Sowohl die norwegische Direktorin des Ministeriums, als auch die Vertreterin der Familienministerin aus Luxemburg liessen keinen Zweifel daran, dass echte Gleichstellung nur unter Einbezug der Männer möglich ist. Und zwar erst, wenn Männer nicht mehr nur "Ziel" oder "mitgemeint" seien, sondern echt und ernsthaft miteinbezogen würden, erst dann sei Chancengleichheit möglich. Das Wort Chancengleichheit hat übrigens in diesen Ländern den Begriff der Gleichstellung längst ersetzt.

Erfreulich aber auch zu sehen, dass der Einfluss der schweizer Männerszene auf das europäische Geschehen recht stark ist. Wie auch schon in der Väterszene, schaut auch die gleichstellungsorientierte Männerszene gerne und ausführlich in die Schweiz. Insbesondere die Zusammenarbeit zwischen GeCoBi und männer.ch wird dabei häufig lobend erwähnt und als nachahmenswürdig beschrieben.

Mein Fazit der Tagung ist sehr positiv. Sie hat einiges an historischem Charakter, es war die erste Tagung zum Thema Männerpolitik, welche von der hohen Politik nicht bloss unterstützt sondern initiiert wurde. Es war auch die erste internationale Tagung zu diesem Thema mit Beteiligten aus 5 Ländern. Und es war mit Garantie die absolut erste Tagung zum Thema Gleichstellung an der deutlich mehr Männer teilnahmen als Frauen.
Alles in allem also ein grosser Schritt vorwärts. Die angedachten Schritte müssen jetzt allenthalben umgesetzt werden. Geplant ist für 2014 eine Folgekonferenz in Wien, dies hat der österreichische Minister bereits angekündigt. Dort wird man dann sehen, welche Ergebnisse verwirklicht werden konnten.

Sämtliche Informationen zur Tagung und den einzelnen Referaten sollen bis ca Februar 2013 zusammengefasst werden, sie werden dann direkt vom Ministerium veröffentlicht werden.

Dr. Christina Schröder,
Vorsteherin des
Bundesministeriums für Familie,
Senioren, Frauen und Jugend
Frau Dr. Schröder eröffnet die Tagung mit einigen bemerkenswerten Sätzen, so auch mit der Bemerkung, dass sie selbst mit der Bezeichnung ihres Ministeriums nicht glücklich ist, da darin "die kinderlosen Männer mittleren Alters ganz einfach vergessen wurden" Und mit kinderlos meint sie durchaus auch getrennt lebende Väter.

Auf ihr Referat folgte dann dasjenige ihres österreichischen Amtskollegen - die beiden Ministerien hatten über die Landesgrenze hinaus die Tagung gemeinsam organisiert.

Freitag, 5. Oktober 2012

Unterhaltung über den Unterhalt

Heute trafen sich in Olten auf Einladung von GeCoBi rund ein Dutzend Fachleute verschiedener Männer- und Väterorganisationen aus der ganzen Schweiz mit zwei Vertretern des Bundesamtes für Justiz zum gegenseitigen Gedankenaustausch und Diskussion zur Vorlage über das Unterhaltsrecht.

Die Diskussion wurde sehr engagiert und angeregt geführt, blieb aber stets sachlich und fokussiert.
Die Gespräche wurden in einem offenen und beidseits interessierten Klima geführt und konnten damit hoffentlich der Debatte einige Anstösse geben.

Fazit der heutigen Veranstaltung ist, dass die aktuelle Vorlage zum Unterhaltsrecht viele wesentlichen Aspekte ausklammert, weil sie sich, durchaus gewollt, auf einige Teilaspekte konzentriert hat. Wir sind aber der Ansicht, dass man diese anderen Aspekte nicht einfach ausklammern kann, da man sonst im luftleeren Raum argumentiert und den Bezug zur effektiven Realität womöglich verliert.

Klar ist ebenfalls, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben, um unsere Gedanken und Vorstellungen bis zum 7. November zu Papier zu bringen und uns damit konstruktiv und korrekt zu Worte zu melden.

Dienstag, 25. September 2012

Nationalratsdebatte zum gemeinsamen Sorgerecht

Heute war nun also der ganz grosse Tag. Nach über 8 Jahren wird die von Reto Wehrli angestossene Debatte zum gemeinsamen Sorgerecht endlich im Nationalrat debattiert.

Viel Zeit ist vergangen, viel wurde geschrieben, dafür und dagegen. Die Gesellschaft hat sich entwickelt in dieser Zeit, von völligem Unverständnis für die Vorstellung der gemeinsamen elterlichen Sorge hin zur Erkenntnis, dass die von uns postulierten Ideen dem Zeitgeist und der modernen Gesellschaft entsprechen.

Trotz Störmanöver aus vorwiegend linken Kreisen hat der Nationalrat heute souverän die Vorlage durchdebattiert, hat sich nicht beirren lassen durch die mehr oder weniger durchsichtigen Manöver einzelner SP-Exponenten, welche versuchten, durch die Hintertür die Vorlage wieder zu kippen.

Die Eintrittsreferate der einzelnen Fraktionssprecher waren teilweise fulminante Reden zugunsten der gemeinsamen elterlichen Sorge.

Die Abstimmungen über die wesentlichen Detailanträge haben heute stattgefunden. Aufgrund der Störanträge der SP dauerte die Debatte jedoch wesentlich länger als ursprünglich geplant, sodass letztlich einige Detailanträge sowie die Schlussabstimmung auf morgen Mittwoch verschoben werden musste. Das ist aber nicht weiter schlimm, inhaltlich ist die Diskussion durch, die wesentlichen Abstimmungen gemacht. Die Schlussabstimmung wird wohl morgen mit ähnlichen Mehrheitsverhältnissen durchgehen, wie die einzelnen Abstimmungen heute ausfielen. Im Gegenteil wird sich morgen in der Schlussabstimmung wohl zeigen, wie geschlossen die SP-Fraktion tatsächlich stimmt, wenn es dann um Einzelmeinungen geht.

Ein grosser Tag hat heute stattgefunden. Die grosse Kammer unseres Parlamentes hat bewiesen, dass sie für den Paradigmenwechsel bereit ist. Die Gesellschaft hat sich verändert, das Gesetz folgt nun endlich diesen Realitäten.

Mein Dank geht an alle jene, die sich dafür eingesetzt haben, diesen heutigen Tag so stattfinden zu lassen. An all die zahlreichen Freiwilligen aus unseren Reihen, aber auch an all die engagierten Nationalräte und Nationalrätinnen, die heute Farbe bekannt haben und zu ihren Überzeugungen gestanden sind.

Wer übrigens gerne Details hat findet diese hier. Gibt man das Datum 25. September 2012 ein, kann man im Detail nachschauen, welcher Parlamentarier zu welchem Thema wie abgestimmt hat.
Volle Transparenz quasi.

Samstag, 22. September 2012

Männerkongress 2012

Die letzten zwei Tage waren hochspannend. Zwei Tage geballte Information zu wissenschaftlichen Themen rund um Scheidung und Folgen für die Kinder.

Ich habe unglaublich viele neue Fakten gelernt und gehört, Fakten welche wissenschaftlich ermittelt wurden und teilweise überraschende Ergebnisse produzieren.

Auch die Wissenschaft beweist, dass Kinder am besten aufwachsen, wenn sie einen guten Kontakt zu ihren beiden Eltern haben können.
Auch hier kam, wie schon am Donnerstag in Köln, klar zum Ausdruck, dass das Doppelresidenzmodell die vermutlich beste Lösung für die Kinder, aber auch für die Erwachsenen ist. In dieser Wohnform haben die Kinder beide Eltern zur Verfügung, in möglichst gleichmässiger Verteilung. Beide Eltern können nebst der Kinderbetreuung auch beruflich aktiv bleiben, was übrigens auch wieder wissenschaftlich belegbar zu höherer Zufriedenheit führt.

Nebst den interessanten Vorträgen und Studien blieb auch das Networking nicht auf der Strecke. Unzählige, hochspannende Menschen nahmen am Kongress teil, es ergaben sich wieder neue Vernetzungen und spannende Gespräche am Rande des Kongresses.

Das auf der Website www.maennerkongress2012.de veröffentlichte Schluss-Statement lässt hoffen, dass diese Resultate nun auch in das Bewusstsein der Öffentlichkeit einfliessen.

Jetzt bin ich auf dem Heimweg mit dem Zug. Zeit genug, die Informationen sacken zu lassen.

Donnerstag, 20. September 2012

Fachtagung Doppelresidenz am 20.9.2012 in Köln

Heute Donnerstag fand in Köln eine Fachtagung des Väteraufbruch für Kinder statt. Das Thema lautete "Doppelresidenz". Da ich ohnehin unterwegs Richtung Düsseldorf bin, für den Männerkongress 2012, habe ich beschlossen, bereits heute auf die Reise zu gehen und in Köln Zwischenstation zu machen.

Das Modell der Doppelresidenz, auch Wechselmodell genannt, ist in der Schweiz ja noch ziemlich unbekannt. Umso wichtiger ist es, dass wir auch hierzulande bald mehr zu diesem überzeugenden Konzept erfahren.

Die Veranstaltung war sehr gut besucht, besonders erfreulich war der hohe Anteil von Fachleuten im Publikum. Neben Anwälten und Richtern, sah man auch Mitarbeiter von Jugendämtern sowie Psychologen und Mediatoren.

Die Referenten vermochten die Vorteile der Doppelresidenzlösung überzeugend darzulegen.
Alles in allem ein sehr interessanter, und lehrsamer Anlass.

Übrigens: Die 3 zentralen Referenten und Referentinnen werden am 10. Dezember in Zürich an einer VeV Veranstaltung auftreten. Details folgen demnächst auf der VeV Website.

Stay tuned!

Donnerstag, 10. Mai 2012

"wer schlägt der geht" - aber wer schlägt denn?

Heute nahmen wir zu Dritt an einem von uns mit initiierten Podiumsgespräch zu häuslicher Gewalt teil. Mit auf dem Podium sass eine Vertreterin des Frauenhaus Zürich Oberland sowie der zuständige Beamte der Kantonspolizei Zürich. Diese Zusammensetzung war von uns angeregt worden und von den Veranstaltern so übernommen worden.
Die Diskussion mit den jungen Menschen der Berufsmittelschule war angeregt und spannend, auf den Gesichtern war offensichtlich, dass wir sie zum Nachdenken angeregt hatten.
Gerade die ausgewogene Besetzung welche beiden Seiten (Gewalt gegen Frauen / Gewalt gegen Männer) Raum liess, bewirkte, dass das Podium sehr überzeugend ankam.
Auf jeden Fall überlegt sich die Schule, diese von einigen Schülerinnen als Abschlussarbeit angelegte Projekt von Schulseite nochmals zu wiederholen, um es als Teil der Ausbildung allen Schülern zugänglich zu machen. Wir haben uns natürlich sofort dafür zur Verfügung gestellt.