Montag, 30. Mai 2011

Auch Journalisten hören manchmal selektiv

Gestern hätte ein ruhiger Tag sein sollen. Stattdessen wurde es ein turbulenter Tag, mit Stellungnahmen, Protestschreiben, Mitgliederaufklärung und allem was dazu gehört. Was war geschehen?

Vor einigen Tagen rief mich eine Journalistin der NZZ an, und stellte mir einige Fragen zum Thema Sorgerecht sowie zu meiner Position gegenüber der IG AF. Ich erklärte ihr unsere Position zum Sorgerecht, danach machte ich ihr deutlich, wie ich der IG gegenüber stehe, nämlich klar distanziert. Ich erklärte ihr, dass ich wohl einige der Grundthemen ebenfalls als Thema ansehe, mich aber weder mit den Schlüssen, noch mit den Methoden der IG identifizieren könne.

Gestern nun erschien der Artikel in der NZZ am Sonntag. Und was war da zu lesen? Da stand nicht nur, ich würde mit der IG inhaltlich übereinstimmen, nein schlimmer noch, es stand auch, ich würde auf der Gästeliste des nächsten IG Treffens stehen. Nun ist diese Veranstaltung ja mittlerweile zu grosser medialer Präsenz gekommen, gewisse Medien scheinen sich ja geradezu auf die provokative Kommunikation dieser Gruppierung zu stürzen. Ich soll also auf einer Gästeliste stehen, nicht etwa auf einer Teilnehmerliste, obwohl auch das falsch wäre, aber nein "Gästeliste" so als wäre ich quasi explizit eingeladen. Woher die Dame diesen Unsinn hat, fragt man sich da schon.

Kommt dazu, dass die gleiche Journalistin schon vor einigen Wochen in einem ähnlichen Artikel vergleichbare Behauptungen aufgestellt hatte. Damals hatte ich sie noch freundlich auf ihre Irrtümer hingewiesen, diesmal wurde es jetzt aber offensichtlich, dass es sich kaum um Irrtümer handeln kann. Zuviele offensichtliche Falschinformationen zieren den Artikel, als dass man noch von blosser Schludrigkeit sprechen könnte.

Es stellt sich daher die Frage, nach der zugrunde liegenden Absicht. Und sobald sich diese Frage stellt, verlässt ein Journalist ja eigentlich seine beruflichen Schranken, er wird vom Berichterstatter zum Kommentator. Wird dies offen gelegt, ist das kein Problem, wenn es aber als Berichterstattung mit "Quasi-Tatsachen" dargestellt wird, so erfüllt es schnell einmal den Tatbestand der Falschinformation.

Genau dies ist hier geschehen und hat mir meinen ruhigen Sonntag gründlich verdorben.
Offensichtlich können auch Journalistinnen selektiv zuhören und daraus dann machen, was immer sie gerade glauben, gehört zu haben.

Schade bloss, dass dies in einer renommierten Zeitung wie der NZZ geschieht.

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